Handy auf der Demo-muss das sein?

Im Vorfeld zu den G20-Protesten wird auch viel über den Umgang mit den sozialen Medien diskutiert. Was soll an Fotos auf Twitter landen? Ist es sinnvoll die komplette Demo auf Facebook zu stellen? Und die allerwichtigste Frage: Wie genau mach ich das, um meine Mitaktivist*innen nicht zu gefährden?

Grundsätzlich gilt: das Smartphone ist eine Krake. Alles, was veröffentlicht wird, wird auch von der Gegenseite gesichtet. Die Polizei weiß schon seit langem wie sie damit umgehen muss. Nicht umsonst wird bei Durchsuchungen regelmäßig auch das Handy migenommen.

Also auch die Bilder, die niemals jemand zu Gesicht bekommen sollte, können dann gesichtet werden. So werden der Polizei Informationen gegeben, die zur weiteren Strafverfolgung genutzt werden können.

Ja, die Polizei filmt bereits alles mit. Aber durch die Fotos und Videos, die – ob freiwillig oder unfreiwillig – ans Licht kommen, wird den Repressionsbehörden die Arbeit erleichtert. So können sie umfangreiche Ermittlungen anstellen und eure Fotos helfen ihnen dabei andere Aktivist*innen hinter Gitter zu bringen.

Dafür müssen wir uns schützen. Die einfachste Möglichkeit wäre es natürlich das Smartphone zu Hause zu lassen. So haben die Behörden erst gar keine Chance gegen euch oder andere Ermittlungen anzustellen aufgrund eures Smartphones. Ganz zu schweigen von dem, was Anti-Antifa-Aktivist*innen mit solchen Fotos anstellen können.

Viele wollen das nicht. In der Tat kann ja auch ein Smartphone sinnvoll sein, um z.B. Polizeigewalt zu dokumentieren. Natürlich will auch niemand verbieten ein paar Demofotos zu schießen. Dabei sollten aber auch ein paar Grundregeln beachtet werden: nicht alles ist es wert fotografiert oder gar veröffentlicht zu werden.

Fotos, die veröffentlicht werden sollen, sollten grundsätzlich verpixelt werden. Ohne Ausnahme. Dafür gibt es einfache Programme wie Camera Obscura oder Pixelot. Damit werden die Meta-Daten des Bildes oder Videos gelöscht und durch einfache Klicks können Gesichter darauf unkenntlich gemacht werden. Diese Programme können kostenlos im App-Store runtergeladen werden. Etwas komplizierter aber dafür umfangreicher in den Funktionen ist PicsArt, funktioniert aber ähnlich.

Wir wollen dafür sensibilisieren wie man vernünftig mit dem Smartphone umgeht. Jede*r sollte sich darüber Gedanken machen. In dem modernen Leben nimmt es für viele einen großen Platz ein. Eine Demo oder gar die Großproteste in Hamburg sind kein Platz für Selfies oder Selbstdarstellung. Schützt euch und jede*n anderen!

27 thoughts on “Handy auf der Demo-muss das sein?”

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  8. Hi just wanted to give you a brief heads up and let you know a few of the pictures aren’t loading correctly. I’m not sure why but I think its a linking issue. I’ve tried it in two different web browsers and both show the same results.|

  9. Das automatische Hochladen in die unabhängige Cloud kann zum Vorteil werden, falls das Handy und damit möglicherweise Beweismittel und Indizien beschlagnahmt wird, denn die deutsche Polizei kommt nicht an alles heran.
    Richtig ist und wichtig natürlich, dass das genutzte Smartphone möglichst schon im Vorfeld keine Daten enthalten sollte, die andere in Gefahr bringen könnten. Einfaches Löschen reicht nicht. Am einfachsten ist es daher das Gerät bevorzugt mit nunmehr Lineage OS neu zu flashen. Ein zweites nicht im Alltag genutztes Gerät, welches ausschließlich auf Demos Verwendung findet, ist sicher eine gute Idee. Zusätzlich können, wo möglich, mobile Freifunk-Hotspots von Nutzen sein damit selbst im Notfall kein Mobilfunknetz genutzt werden muss.
    Vereinzelt kann auch das bewusste Nutzen aller möglichen Verbindungen in Verbindung mit Diagosetools z.B. für IMSI-Catcher hilfreich sein um besorgniserregende Aktivitäten der Polizei im Auge zu behalten. Dies erfordert jedoch Wissen und Erfahrung im Umgang mit der modernen Technik.
    Natürlich sollen die gegebenen Ratschläge nicht als Ermunterung zur Begehung von (ungenehmigten)[;)] Straftaten dienen, sondern stellen ein wichtiges Werkzeug bei der Ausübung außerparlamentarischer politischer Aktivitäten im Rahmen der Herstellung und des Schutzes der freiheitlich-demokratischen Grundordnung der Bundesrepublik Deutschland dar.

  10. Jeder Mensch der ein Smartphone mitbringt sollte es richtig verschlüsseln und nicht nur die Bildschirmsperre aktivieren. Zumindest Android unterstützt eine Systemverschlüsselung automatisch (muss nur aktiviert werden).
    Auf einem verschlüsselten Gerät kann auch die Polizei nicht viel anfangen.

    Außerdem sollte darauf geachtet werden, dass die Fotos nicht unverschlüsselt (oder sogar Automatisch) in die „Cloud“ zu Google, Amazon, Facebook und Co. geladen werden. Auf diese Daten kann die Polizei auch ohne eure Geräte zugreifen.

    Schaltet eurer Smartphone so lange wie möglich in den Flugmodus bzw. entfernt die SIM-Karte ganz und nutzt nur vertrauliche WLAN Zugänge für einen Zugriff ins Internet. Ohne SIM-Karte fallt ihr nicht in die üblichen Funkzellenabfragen oder Fake-Basisstationen (IMSI-Catcher) der Polizei. Mithilfe des Torbrowser lässt sich auch deine Identität in Internet verschleiern.

    Lasst euch nicht von der Polizei und den immer weitreichenden Überwachungsgesetzen einschüchtern – schützt eure Freiheit durch offene Software und kommuniziert über verschlüsselte Kanäle (also erst recht KEINE SMS oder auch Whatsapp etc.). Als „sicherer“ Messanger eignet sich die App Signal.

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